Arbeitsanleitungen - Anleitung Fahrzeugbemalung (Custom Painting)

Autor: Manfred Walter  

 

 

 

 

 

 

Inhalt dieser Seite:

 1 Einleitung
 
2 Der Untergrund
 
3 Die Vorarbeit
 
4 Fehlerbehebung
 
5 Die Grundierung
 
6 Arbeitstechnik

 7 Folientechnik
 
8 Skizze und Bildaufbau
 
9 Schutz der Arbeit und Ihrer Atmungsorgane
10 Ein Wort zu Leuchtfarben
11 Nachwort

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1 Einleitung
Diese Arbeitsanleitung versteht sich als Ergänzung zur Arbeitsanleitung Airbrush.
Wie auch meine anderen Arbeitsanleitungen richtet sie sich an Einsteiger, die wissen möchten, wie man Fahrzeuge bemalen kann und was man dabei beachten muss.
Das Malen auf Metall oder Kunststoff lässt sich um vieles einfacher erledigen, wenn Sie über eine Lackierpistole und einen ausreichend großen Kompressor verfügen. Lackierdosen aus dem Baustoffhandel kann ich Ihnen nicht empfehlen, ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie auch einfachsten Anforderungen nicht gerecht werden.

Bitte beachten Sie dabei, dass hier hauptsächlich die Arbeit mit dem Airbrush gemeint ist, eine Anleitung zur professionellen Lackiertechnik kann ich Ihnen nicht geben.
Wenn Sie mit dem Airbrush nicht vertraut sind, lesen Sie bitte zunächst die Arbeitsanleitung Airbrush und führen Sie mindestens einmal die dort angeführten Übungen durch. Ich empfehle Ihnen auch, einige Bilder auf Reinzeichenkarton zu malen, ehe Sie mit der Arbeit auf Metall oder anderen Untergründen beginnen.
 

2 Der Untergrund
Metalle haben den Vorteil, dass es keine Probleme mit Lösungsmitteln (Lack-Verdünnungen) gibt. Sorgen Sie auf jeden Fall dafür, dass Ihr Teil grundiert ist (wenn es sich bei Ihrem Untergrund um rohes Metall handelt, empfehle ich Ihnen den Besuch einer Lackiererei, um sich dort eine Grundierung anfertigen zu lassen).

Bei Kunststoff ist die Sache nicht so einfach. Viele Kunststoffe vertragen keine Lösungsmittel, d.h. dass sie nach dem Lackieren die innere Festigkeit verlieren oder sich bereits beim Lackieren selbst verformen können.
Erkundigen Sie sich also am besten bereits vor Beginn Ihrer Arbeit, ob Ihr Kunststoff lösungsmittelfest ist. Besonders wichtig ist das bei Helmen, die durch eine Lackierung ihre Schutzfunktion verlieren können!
Wenn der Kunststoff, den Sie bearbeiten möchten, Lösungsmittel verträgt, gehen Sie vor wie bei einem Metall. Bei anderen Kunststoffen sollten Sie sich überlegen, ob das Bemalen wirklich Sinn macht, denn Sie können hier lediglich die Airbrushfarben verwenden und Ihre Arbeit danach nicht entsprechend mit Klarlack schützen.
Da ich keine Erfahrungen mit Klarlacken auf Wasserbasis habe (und auch nicht weiß, ob in diesen Lacken nicht doch auch Stoffe enthalten sind, die dem Kunststoff schaden können), kann ich dazu keine Aussage machen.
 

3 Die Vorarbeit
Zunächst ist zu bedenken, dass später ein (Schutz-)Überzug mit Klarlack gespritzt wird. Dieser kann nicht einfach irgendwo mitten in einer Fläche enden, sondern muss den gesamten Teil bedecken.
So wird es z.B. nötig sein, eine gesamte Motorhaube zu lackieren, auch wenn nur eine kleine Applikation am Rand gemalt wurde.
Aus diesem Grund müssen Sie feststellen, welche Teile von Ihrer Malerei bedeckt werden. Alle diese Teile sind dann zur Gänze zu bearbeiten. Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich daher immer auf alle Flächen, die betroffen sind.
Bei Metallen und Kunststoffen handelt es sich meistens um einen Untergrund, der glatt ist. Metalle (z.B. Motorhauben von Autos oder Tanks von Motorrädern) sind normalerweise lackiert.
Auf glatten Stellen halten Farben nicht gut, es ist unbedingt erforderlich, die Teile entweder anzuschleifen oder zu grundieren.

Schleifen Sie daher den Untergrund mit wasserfestem Schleifpapier, das Sie in jedem Baumarkt erhalten, etwas an. Verwenden Sie dazu Wasser und Papiere mit Körnung 400 bis 800 (800 ist ganz feines Schleifpapier, dieses nehmen Sie eher am Schluss).
Wenn möglich bauen Sie den zu bemalenden Teil vom Fahrzeug aus oder ab, damit Sie ihn gesondert bearbeiten können. Bei einer Motorradverkleidung ist es z.B. sinnvoll, die gesamte Verkleidung abzumontieren und jeden Teil einzeln zu bearbeiten.
Wenn das nicht möglich ist, müssen Sie auf jeden Fall alle Teile, die nicht bemalt werden sollen, ganz genau mit Papier oder Plastik und Malerband abdecken.

Tipp zum praktischen Arbeiten (Schleifen):
Besorgen Sie sich eine Wanne oder einen ähnlichen Auffangbehälter, den Sie halb mit Wasser füllen. In diesen können Sie dann Ihr Metall legen oder stellen. Benetzen Sie beim Schleifen das Schleifpapier immer wieder mit Wasser. Sie erkennen fertig geschliffene Stellen daran, dass sich dort kein Wassertropfen mehr bilden kann.

Achten Sie bei einem Motorradtank darauf, dass kein Wasser in den Tank gelangen kann (der Tank muss vor dem Schleifen selbstverständlich völlig entleert werden), indem Sie die Öffnungen mit Malerband abkleben und dann auch beim Schleifen darauf achten, dass diese Stellen nicht unter Wasser gedrückt werden.

Nach meiner Erfahrung treten hier bereits die ersten Probleme auf. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen völlig unbeschädigten Teil in der Hand halten, ist eher gering. Tatsächlich habe ich selbst auf beinahe jedem Teil, den ich zum Bearbeiten erhalten habe, Fehler oder Beschädigungen vorgefunden (z.B. Steinschläge auf Motorhauben, Kratzer auf Motorrad-Tanks, etc.)!
Diese Stellen sollten Ihnen nun beim Schleifen auffallen. Wenn das nicht der Fall ist, können Sie sich bereits mit dem nächsten Schritt (5 Grundierung) befassen. Ansonsten ist folgendes zu bedenken:
Der spätere Klarlack-Überzug wird die beschädigte Stelle zwar schützen, es wird aber auf jeden Fall eine Unregelmäßigkeit in der Lackoberfläche zu sehen sein. Der Lack füllt die Stelle (die man sich bei starker Vergrößerung wie eine „Grube“ oder einen „Graben“ vorzustellen hat) nämlich nicht glatt auf, sondern bildet auch wieder eine Vertiefung.
Noch schlimmer sind tatsächliche Risse oder Sprünge (oftmals gesehen bei Motorrad-Teilen). Wenn Sie derartige Beschädigungen an den Teilen feststellen, sollten Sie zunächst dafür sorgen, dass diese Fehler behoben werden. Ihre Farbe oder der spätere Klarlacküberzug werden die Beschädigungen nämlich nicht zudecken können!

4 Fehlerbehebung
a) Dellen, Steinschläge, Kratzer
Besorgen Sie sich im Lack-Fachhandel einen 2-Komponenten PE-Kitt ohne verstärkende Glasfaser-Anteile (oder für ganz geringe Ausbesserungsarbeiten auch einen 1-Komponenten Kitt, aber jedenfalls keinen Kunstharz-Kitt) und Plastik-Spachteln. Mischen Sie Kitt und Härter nach der Angabe auf der Verpackung zusammen und füllen Sie die beschädigte Stelle auf, ziehen Sie mit der Spachtel glatt ab. Auch hier gilt, dass die Stelle zunächst geschliffen sein muss, damit der Kitt überhaupt halten kann.

Tipp zum praktischen Arbeiten (Kitten):
Schätzen Sie den Materialbedarf ab und mischen Sie lieber weniger Kitt an. Der 2-Komponenten Kitt trocknet ab dem Moment, wo er mit dem Härter vermischt wird. Zügiges Arbeiten ist daher angeraten. Wenn der Kitt spröde und bröckelig wird, beenden Sie den Vorgang und mischen Sie lieber neuen Kitt an.

Warten Sie nach dem Auftragen, bis der Kitt vollständig getrocknet ist (das kann eine Stunde dauern) und schleifen Sie dann wieder mit Wasser-Schleifpapier. Wenn Sie feststellen, dass immer noch Handlungsbedarf besteht, wiederholen Sie den Vorgang so lange, bis die Stelle vollständig glatt ist und Sie auch keine Unregelmäßigkeiten mehr fühlen, wenn Sie mit den Fingern darüber streichen. Vertrauen Sie hier der Empfindlichkeit Ihrer Finger mehr als dem Auge, das durch unterschiedliche Farben getäuscht wird.

b) Risse, Sprünge, Bruchstellen
Für gebrochene Stellen oder Risse empfehle ich Ihnen Polyester und eine Glasfaser-Matte. Mischen Sie Polyester mit Härter nach der Angabe auf der Verpackung, streichen Sie diese Masse auf der Rückseite um den Riss (oder Sprung) herum auf und drücken Sie dann die Glasfaser-Matte flächig auf. Danach tränken Sie die Matte nochmals mit Polyester-Härter Gemisch. Sie können bei Bedarf noch einmal Matte auflegen und den Vorgang wiederholen.
Achten Sie darauf, dass möglichst wenige abstehende Ränder entstehen, diese könnten später stören.
Lassen Sie das Polyester sicherheitshalber einen Tag trocknen, ehe Sie auf der Vorderseite mit Kitt den Riss schließen (Vorgang siehe oben).
Prüfen Sie auf jeden Fall auch die Haltbarkeit Ihrer Arbeit. Wenn das Ergebnis nicht fest genug erscheint, wiederholen Sie lieber den Vorgang mit dem Polyester noch einmal.
Beim Kitten des Risses ist die Schleifarbeit wieder enorm wichtig. Geben Sie sich mit dem Resultat erst zufrieden, wenn die frühere Beschädigung mit den Fingern nicht mehr spürbar ist.

c) Karosserieschäden, gänzlich verbogene Teile
Hier rate ich Ihnen, lieber den Besuch in einer Werkstatt ins Auge zu fassen und das dort reparieren zu lassen oder den entsprechenden Teil nachzukaufen.
 

5 Die Grundierung
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine weiße Grundierung Voraussetzung für eine gelungene Bemalung ist. Wenn der Untergrund fehlerfrei in Ordnung ist, verwende ich dazu weißen Basislack (Acryl) aus der KFZ-Lackiertechnik, den ich mit einer Lackierpistole auftrage (Angaben des Herstellers beachten: eventuell ist der Basislack zunächst mit einer dazu passenden Verdünnung in einem bestimmten Verhältnis zu mischen). Dieser hat den Vorteil, dass er sehr schnell trocknet und dann bereits „rau“ ist, also nicht wieder angeschliffen werden muss.
Als Alternative gibt es sog. Primer, das ist „dickerer“ Lack, der auch kleine Kratzer schließt, für den Sie allerdings eine eigene Lackierpistole benötigen, die mit diesem Lack fertig wird.
 

6 Eine Vorentscheidung - Arbeitstechnik
Wenn Sie so weit sind, dass Ihr Malgrund arbeitsfertig vor Ihnen liegt (also repariert, gekittet, gespachtelt, geschliffen und grundiert ist) müssen Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie beim Malen arbeiten möchten. Ich kann Ihnen 3 prinzipielle Möglichkeiten anbieten:

1)    Airbrush mit losen Folien

Da klebende Folien nach dem Abziehen Kleberückstände hinterlassen, die Sie dann erst einmal wegbekommen müssen, können Sie sich beim Arbeiten auch mit losen Folien helfen. Schneiden Sie Papier oder Karton in die gewünschten Formen und halten sie diese Folienteile mit der einen Hand, während Sie mit der anderen den Airbrush bedienen.

Diese Methode eignet sich nur bei Motiven, wo kaum harte Kanten vorkommen oder die sehr klein sind (z.B. Tankdeckel-Bemalung).

 

2)    Airbrush mit klebenden Folien und Zwischenlack – mehrere Schichten

Beim Arbeiten mit klebenden Folien bleiben normalerweise Rückstände des Klebstoffs beim Abziehen der Folien zurück. Beseitigen Sie diese nach jedem Arbeitsschritt mit Silikonentferner, den Sie im Lack-Fachhandel erwerben können. Achten sie dabei darauf, nicht in die soeben aufgesprühte Farbe zu geraten, denn der Silikonentferner wischt neben Kleberückständen auch problemlos die Airbrush-Farbe weg!

Aus diesem Grund dürfen Sie pro Arbeitsschritt nur Stellen bearbeiten, die nicht an eine bereits gesprühte Stelle angrenzen (wo also Platz für die Folie dazwischen ist), weil Sie nach Abziehen der Folie in der soeben gesprühten Farbe mit Silikonentferner wischen müssten – und damit Ihre Arbeit wieder zerstören würden.

Wenn Sie alle Kleberückstände sauber entfernt haben und es keine Fläche mehr zu bearbeiten gibt, die Sie in diesem Arbeitsschritt mitnehmen können, spritzen Sie eine Schicht 2-Komponenten-Klarlack mit der Lackierpistole.

Warten Sie, bis der Klarlack durchgetrocknet ist (am besten etwa einen Tag) und schleifen Sie ihn dann mit Wasser-Schleifpapier in Körnung 600 – 800 vorsichtig an. Es geht hier nur darum, die Oberflächen-Glätte zu brechen, damit die nächste Farbe wieder hält.

Achten Sie darauf, nicht durch den Lack zu schleifen, weil Sie dann die Farbe darunter verletzen würden.

Sie können jetzt die nächste(n) Stelle(n) bearbeiten. Der gesamte Vorgang ist so oft zu wiederholen, bis Sie mit Ihrem Werk fertig sind.

 

3)    Lackiertechnik mit klebenden Folien

Bei Motiven, die vorwiegend aus klaren Farbtönen bestehen (z.B. Comics-Inhalte), empfehle ich, die vorherrschenden Farben gleich als Basislack (Acryl) zu kaufen und Schichtweise zu folieren und mit der Lackierpistole aufzutragen.

Der Basislack hat den Vorteil, dass er Silikonentferner verträgt, man also Kleberückstände zwischen den Schritten entfernen kann. Trotzdem rate ich Ihnen zu Vorsicht: der Basislack wird vom Silikonentferner auch etwas angelöst und wenn die Schicht nicht dick genug ist, kann es sogar hier dazu kommen, dass zuviel Farbe abgeht.

Welche Möglichkeit Sie auch immer anwenden (sicherlich gibt es auch noch andere Verfahren), Sie müssen Ihre Arbeit am Ende mit Klarlack schützen. Ich empfehle Ihnen, diese Tätigkeit einem erfahrenen Lackierer zu überlassen, denn hier geht es dann auch um eine perfekte Oberfläche, die nur erreicht werden kann, wenn in einer Lackierkammer mit entsprechenden Temperaturen und völliger Staubfreiheit gearbeitet wird.
Auf jeden Fall müssen Sie darauf achten, dass der passende Decklack verwendet wird. Sollten Sie aus irgendeinem Grund z.B. mit Kunstharz-Farben gearbeitet haben, muss auch ein Kunstharz-Klarlack verwendet werden.
Wenn Sie mit herkömmlichen Airbrush-Farben (diese sind Acrylfarben) und Acryl-Basislacken gearbeitet haben, sollte auch Acryl-Klarlack verwendet werden.
 

7  Folientechnik
Sollten Sie Einsteiger sein, empfehle ich Ihnen, zunächst die Arbeitsanleitung Airbrush zu lesen, weil dort der Folie ein eigenes Kapitel gewidmet ist.
Ich verwende auch bei der Bemalung von Fahrzeugen leicht klebende Folie, die allerdings meistens anders zur Anwendung kommt, als wenn auf einem Karton gearbeitet wird.
Aus der Problemstellung mit den Kleberückständen (siehe 5- Arbeitstechnik) ergibt sich, dass die Methode, Folienteile abzuziehen und nach Bedarf wieder aufzulegen, hier nicht funktionieren kann.
Daher schneide ich mir eine Papierfolie mit den Außenrändern des zu malenden Inhalts zurecht, lege diese dann auf den Malgrund, richte sie ein und zeichne mit Bleistift die Außenlinie auf dem Malgrund nach.
Dann schneide ich schmale Folienstreifen (ca. 1 – 2 cm breit) und klebe sie so auf, dass nur ein möglichst kleiner Teil innerhalb der gezeichneten Linie bleibt und kreise das Motiv auf diese Weise ein. Danach wird entlang der Linie geschnitten und die inneren Folienteile werden entfernt.
Hier kann es bereits passieren, dass Kleberückstände zurückbleiben, die mit Silikonentferner abgewischt werden müssen.
Zum zusätzlichen Schutz der restlichen Fläche des Malgrunds klebe ich dann Papierteile (oder auch Plastik) mit Malerband auf die bereits geklebte Folie. Es geht darum, möglichst wenig klebende Teile aufzubringen um später so wenig wie möglich mit Kleberückständen kämpfen zu müssen.
Wenn nur noch die zu sprühende Fläche offen ist, kann mit dem Airbrush oder der Lackierpistole gearbeitet werden.
Nach dem Vorgang ziehe ich alle Folienteile sorgfältig wieder ab und entferne Kleberückstände.

Im Fachhandel für Lackiertechnik gibt es spezielle Klebebänder in diversen Breiten (ca. 1 mm bis 5 mm), die man auch in Kurven kleben kann (große Radien) und die dazu dienen können, diese Arbeitsschritte zu unterstützen.
 

8  Skizze und Bildaufbau
Auch bei dieser Art der Malerei werden Sie – wenn das Werk nicht völlig abstrakt sein soll – eine Skizze benötigen, um eine genaue Vorlage für die Arbeit zur Hand zu haben. Bitte lesen Sie bei Bedarf in der Arbeitsanleitung Airbrush unter Skizze und Bildaufbau nach, was zu diesem Thema prinzipiell zu sagen ist.
Der Unterschied ergibt sich beim Arbeiten. Während die Skizze, die für ein Bild auf Karton benötigt wird, bestehen bleibt, verwende ich die Skizze bei Arbeiten auf Metall meistens gleich zum Übertragen auf den Malgrund. Zu diesem Zweck wird sie nach und nach zerschnitten.

Der technische Bildaufbau funktioniert auch hier „von hinten nach vorne“, also mit den Motiven beginnend, die am weitesten im Hintergrund liegen und schrittweise nach vorne gehend.
 

9  Schutz der Arbeit und Ihrer Atmungsorgane
Wie bereits früher erwähnt müssen Sie das fertige Bild mit einem Klarlack-Überzug schützen. Das ist eine Arbeit für einen Lackierer, der professionell in einer Lackierbox arbeiten kann. Es werden dabei mehrere Lackschichten aufgetragen, die immer wieder trocknen und zwischen-geschliffen werden sollten, um eine perfekte Oberfläche zu gewährleisten. Bei einer einzelnen Schicht (auch diese würde bereits hinreichend Schutz bieten) ist der strukturelle Aufbau der darunter liegenden Schichten noch gut erkennbar, wenn man die Oberfläche gegen eine Lichtquelle betrachtet. Erst das mehrfache Schleifen / Lackieren beseitigt diese winzigen Unebenheiten.
Beachten Sie, dass beim Spritzen mit einer großen Pistole viel Farbstaub entsteht. Arbeiten Sie keinesfalls ohne entsprechenden Atmungsschutz!
Für diesen Fall empfehle ich Ihnen eine richtige Schutzmaske mit Akivkohle-Filtern, die Sie entweder in einem Baumark oder im Fachhandel für Lacke erwerben können.
 

10 Ein Wort zu Leuchtfarben
Bei meinen Arbeiten für Kunden wurde ich immer wieder mit dem Wunsch nach Leuchtfarben konfrontiert. Es gibt diese Farben in Sprühdosen fertig zum Verarbeiten z.B. in Baumärkten.
Sie haben sich aber als überaus problematisch erwiesen, wenn als abschließender Schritt der Schutz mit Klarlack geplant war.
Spätestens hier (beim Überlackieren mit Klarlack) wurde jedes Mal deutlich, dass diese Farben dafür nicht geeignet sind. Die unterschiedlichsten Ergebnisse waren zu verzeichnen. Vom Verlust der Leuchtkraft der Farbe bis hin zur chemischen Reaktion, bei der sich tiefe Runzeln und Furchen in der bis dahin glatten Oberfläche gebildet haben, waren alle Zwischenstufen erkennbar.
Mein Rat (den ich auch selbst befolge) ist daher: Finger weg von Leuchtfarben!
Nur wenn nach dem Lackieren der Leuchtfarbe kein abschließender Schutz geplant ist, können sie diese Farben verwenden (z.B. zum einheitlichen, gleichmäßigen einfärben von Motorradfelgen). Das schließt eine professionelle Verwendung aus meiner Sicht von vornherein aus.
Darüber hinaus verlieren Leuchtfarben nach einiger Zeit ganz von selbst die Leuchtkraft und stumpfen ab. Überlegen Sie daher gut, ob Sie so etwas einsetzen wollen!
 

11 Nachwort
Ich habe versucht, mit diesem Handbuch eine brauchbare allgemeine Anleitung für das Arbeiten auf Metallen und Kunststoffen zu geben. Wenn Sie genau gelesen haben, werden Sie festgestellt haben, dass es sich hier um eine sehr aufwändige Angelegenheit handelt, möglicherweise haben Sie auch einige Stellen der Lektüre für übertrieben gehalten.
Ich versichere Ihnen, dass alle Punkte wie angeführt erledigt werden müssen, wenn Sie ein Ergebnis erhalten wollen, das sowohl von der Optik als auch von der Haltbarkeit her zufrieden stellend ist!
Die Zielsetzung für dieses Werk war eine kostenlose Hilfestellung für alle Interessierten, die in das Thema einsteigen wollen.
Ich würde mich daher über Antworten oder Stellungnahmen zu diesem Handbuch freuen. Wie sind Sie mit der Lektüre zurecht gekommen? Konnten Sie etwas damit anfangen? Haben Ihnen die Inhalte etwas gebracht? Haben Sie Verbesserungsvorschläge?
Schreiben Sie mir ein Email, ich werde mich bemühen, Ihre Anregungen einzuarbeiten!

Ich übernehme keinerlei Gewähr für Schäden oder Probleme, die beim Arbeiten nach dieser Anleitung oder durch falschen Gebrauch des Airbrush oder einer anderen Spritzpistole entstehen.

Viel Spaß und frohes Schaffen mit Ihrem Airbrush!

Manfred Walter

 

       
       
 

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